Bava Kamma 185

Kapitel 185

א (שמות כג, כ) הנה אנכי שולח מלאך לפניך לשמרך בדרך
1 <i>ich will meinen Engel vor dir</i> <i>einhergehen lassen, um dich unterwegs zu behüten.</i>
ב א"ל רבא לרבה בר מרי מנא הא מילתא דאמרי אינשי בתר מרי ניכסי ציבי משך א"ל דכתיב (בראשית יג, ה) וגם ללוט ההולך את אברם היה צאן ובקר ואהלים
2 Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: hinter einem Begüterten trage Holz nach? Dieser erwiderte: Es heißt:<i>auch Loṭ, der mit Abraham ging, halte Schafe, Rinder und Zelte.</i>
ג אמר רב חנן המוסר דין על חבירו הוא נענש תחילה שנאמר (בראשית טז, ה) ותאמר שרי אל אברם חמסי עליך וכתיב (בראשית כג, ב) ויבא אברהם לספוד לשרה ולבכותה והני מילי דאית ליה דינא בארעא
3 R. Ḥanan sagte: Wer seinen Nächsten [bei Gott] anklagt, wird zuerst bestraft, denn es heißt:<i>und Saroj sprach zu Abraham: Meine Kränkung fällt dir zur Last,</i> und es heißt:<i>und Abraham ging hin, um wegen Sara zu klagen und sie zu beweinen.</i> Dies jedoch nur dann, wenn er ein irdisches Gericht hat.
ד אמר רבי יצחק אוי לו לצועק יותר מן הנצעק תניא נמי הכי אחד הצועק ואחד הנצעק במשמע אלא שממהרין לצועק יותר מן הנצעק
4 R. Jiçḥaq sagte: Schlimmer ergeht es dem Ankläger als dem Angeklagten. Ebenso wird auch gelehrt: Sowohl der Ankläger als auch der Angeklagte ist einbegriffen, doch wendet man sich an den Ankläger früher als an den Angeklagten.
ה ואמר רבי יצחק לעולם אל תהי קללת הדיוט קלה בעיניך שהרי אבימלך קלל את שרה ונתקיים בזרעה שנאמר (בראשית כ, טז) הנה הוא לך כסות עינים אמר לה הואיל וכסית ממני ולא גילית שהוא אישך וגרמת אלי הצער הזה יהי רצון שיהו לך בני כסויי עינים ונתקיים בזרעה דכתיב (בראשית כז, א) ויהי כי זקן יצחק ותכהין עיניו מראות
5 Ferner sagte R. Jiçḥaq: Nie sei der Fluch eines Gemeinen gering in deinen Augen; Abimelekh sprach einen Fluch über Sara, und er ging an ihren Kindern in Erfüllung, denn es heißt:<i>siehe, es soll für dich eine Augenhülle sein.</i> Er sprach nämlich zu ihr: Da du mir dies verhüllt und nicht mitgeteilt hast, daß er dein Ehemann ist, und mir diesen Schmerz verursacht hast, so mag es der Wille [Gottes] sein, daß du Kinder blinder Eltern haben sollst; dies ging an ihren Nachkommen in Erfüllung, denn es heißt:<i>als Jiçḥaq alt geworden war und seine Augen stumpf waren, daß er nicht mehr sehen konnte.</i>
ו אמר רבי אבהו לעולם יהא אדם מן הנרדפין ולא מן הרודפין שאין לך נרדף בעופות יותר מתורים ובני יונה והכשירן הכתוב לגבי מזבח:
6 R. Abahu sagte: Stets gehöre ein Mensch zu den Verfolgten und nicht zu den Verfolgern; du hast unter allen Vögeln keinen, der mehr verfolgt wird als Turteltauben und junge Tauben, und nur sie hat die Schrift als für den Altardienst tauglich erklärt.
ז האומר סמא את עיני כו': א"ל רב אסי בר חמא לרבא מאי שנא רישא ומאי שנא סיפא
7 W<small>ENN JEMAND ZU EINEM SAGT</small>: ‘<small>BLENDE MIR DAS</small> A<small>UGE</small>’ &amp;<small>C.</small> R. Asi b. Ḥama sprach zu Raba: Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze?
ח אמר ליה רישא לפי שאין אדם מוחל על ראשי אברים
8 Dieser erwiderte: Im Anfangsatze deshalb, weil ein Mensch niemals [die Verstümmelung] seiner vorstehenden Gliedmaßen verzeiht.
ט א"ל וכי אדם מוחל על צערו דתניא הכני פצעני על מנת לפטור פטור אישתיק
9 Jener entgegnete: Man verzeiht ja auch nicht den zugefügten Schmerz, dennoch wird gelehrt, [daß, wenn jemand zu einem sagt:] ‘schlage mich, verwunde mich, mit der Bedingung, daß du frei seiest’, er frei sei!? Da schwieg er.
י אמר מידי שמיע לך בהא אמר ליה הכי אמר רב ששת משום פגם משפחה
10 Darauf fragte er: Hast du etwas darüber gehört? Jener erwiderte: R. Šešeth erklärte: wegen der Bemakelung der Familie.
יא איתמר ר' אושעיא אמר משום פגם משפחה רבא אמר משום שאין אדם מוחל על ראשי אברים שלו
11 Es wurde auch gelehrt: R. Oša͑ja erklärte: Wegen der Bemakelung der Familie. Raba erklärte: Weil niemand auf seine Gliedmaßen verzichtet.
יב רבי יוחנן אמר יש הן שהוא כלאו ויש לאו שהוא כהן
12 R. Joḥanan erklärte: Manches ‘ja’ gleicht einem ‘nein’, und manches ‘nein’ gleicht einem ‘ja’.
יג תניא נמי הכי הכני פצעני על מנת לפטור ואמר לו הן הרי יש הן שהוא כלאו קרע את כסותי על מנת לפטור ואמר לו לאו הרי לאו שהוא כהן:
13 Ebenso wird auch gelehrt: [Sagte jemand:] ‘schlage mich, verwunde mich’, [und auf die Frage,] ob mit der Bedingung frei zu sein, ‘ja’ erwidert, so gilt manches ‘ja’ als ‘nein’. [Sagte jemand:] ‘zerreiße mein Gewand’, [und auf die Frage,] ob mit der Bedingung frei zu sein, ‘nein’ erwidert, so gilt manches ‘nein’ als ‘ja’.
יד שבר את כדי קרע את כסותי חייב: ורמינהי (שמות כב, ו) לשמור ולא לאבד לשמור ולא לקרוע לשמור ולא לחלק לעניים
14 ‘Z<small>ERBRICH MEINEN</small> K<small>RUG</small>’, ‘<small>ZERREISSE MEIN</small> G<small>EWAND</small>’,<small> SO IST ER SCHULDIG</small>. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen:<i>Zum Aufbewahren</i>, nicht aber zum Verderben; <i>zum Aufbewahren</i>, nicht aber zum Zerreißen; <i>zum Aufbewahren</i>, nicht aber zum Verteilen an die Armen!?
טו אמר רב הונא לא קשיא הא דאתי לידיה הא דלא אתי לידיה
15 R. Hona erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn es bereits in seine Hand gekommen war, und das andere, wenn es noch nicht in seine Hand gekommen war.
טז אמר ליה רבה לשמור דאתי לידיה משמע
16 Rabba sprach zu ihm: Unter <i>zum Aufbewahren</i> ist ja zu verstehen, wenn es bereits in seine Hand gekommen war!?
יז אלא אמר רבה הא והא דאתא לידיה ולא קשיא הא דאתא לידיה בתורת שמירה הא דאתא לידיה בתורת קריעה
17 Vielmehr, erklärte Rabba, gilt beides von dem Falle, wenn es bereits in seine Hand gekommen war, dennoch besteht hier kein Widerspruch, denn das eine gilt von dem Falle, wenn es in seine Hand zum Aufbewahren gekommen war und das andere von dem Falle, wenn es in seine Hand zum Zerreißen gekommen war.
יח ההוא ארנקא דצדקה דאתי לפומבדיתא אפקדה רב יוסף גבי ההוא גברא פשע בה אתו גנבי גנבוה חייביה רב יוסף א"ל אביי והתניא לשמור ולא לחלק לעניים
18 Einst wurde ein Almosenbeutel nach Pumbeditha gebracht und R. Joseph gab ihn einem Manne zur Verwahrung; dieser aber beging eine Fahrlässigkeit, und Diebe kamen und stahlen ihn. Da verurteilte ihn R. Joseph [Ersatz zu leisten]. Abajje sprach zu ihm: Es heißt ja: <i>zum Aufbewahren</i>, nicht aber zum Verteilen an die Armen!?
יט אמר ליה עניי דפומבדיתא מיקץ קיץ להו ולשמור הוא:
19 Dieser erwiderte: Für die Armen vom Pumbeditha sind die Beträge festgesetzt; dies heißt daher: zum Aufbewahren.
כ <br><br><big><strong>הדרן עלך החובל</strong></big><br><br>
20